Wer sich regelmäßig rasiert und danach rote Knötchen am Hals, am Kinn oder in der Bikinizone bemerkt, kennt das Muster: Die Haut ist gereizt, einzelne Stellen entzünden sich und heilen nur langsam ab. Fachlich heißt das Pseudofollikulitis barbae, im Alltag sprechen die meisten von Rasurpickeln.

Was dabei in der Haut passiert

Beim Rasieren wird das Haar an der Oberfläche abgeschnitten. Der zurückbleibende Stumpf kann beim Nachwachsen in die Haut zurückwachsen, statt sie zu durchstoßen. Der Körper reagiert mit einer Entzündung: Es entstehen Papeln, manchmal Pusteln, und nach dem Abheilen bleiben häufig bräunliche Flecken zurück. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit dichtem, krausem Haar und Männer mit starkem Bartwuchs im Halsbereich.

Wovon Rasurpickel abzugrenzen sind

Nicht jede entzündete Stelle ist eine Pseudofollikulitis. Eine bakterielle Follikulitis wird durch Keime ausgelöst und braucht gegebenenfalls eine antibiotische Behandlung. Auch Akne und ein Pilonidalsinus können ähnlich aussehen. Wenn die Entzündung großflächig ist, schmerzt, eitert oder wiederholt an derselben Stelle auftritt, gehört das in ärztliche Hände. In unserer Praxis sehen wir uns die Haut vor jeder Behandlung an.

Was im Alltag hilft

  • Mit scharfer Klinge und in Wuchsrichtung rasieren, nicht gegen den Strich.
  • Klingen regelmäßig wechseln und das Gesicht vorher warm und weich machen.
  • Nach der Rasur mit klarem Wasser spülen, keine reibenden Handtücher, keine Peelings.
  • Bei empfindlicher Haut chemische Enthaarungscremes nur nach Verträglichkeitstest nutzen.
  • Entzündete Stellen nicht ausdrücken; bei Bedarf ärztlich verordnete Pflege anwenden.

Wo die Laser-Haarentfernung ansetzt

Alle Alltagstipps verändern die Rasur, nicht das Haar. Die Laser-Haarentfernung setzt einen Schritt früher an: Sie reduziert die Zahl der nachwachsenden Haare. Weniger Haare bedeuten weniger Stümpfe, weniger Einwachsen und damit weniger entzündliche Reaktionen. Aus diesem Grund ist eine ärztlich festgestellte, wiederkehrende Pseudofollikulitis ein medizinischer Anlass für die Behandlung, nicht nur ein kosmetischer Wunsch.

Wichtig: Behandelt wird nur abgeklungene, nicht entzündete Haut. Bei einer akuten Entzündung warten wir, bis die Haut beruhigt ist. Bei sehr dunkler Haut ist eine besonders sorgfältige Einschätzung nötig, weil Pigmentveränderungen auftreten können.

Wie die Behandlung abläuft

In der Erstberatung klären wir Hauttyp, Haarstruktur und den Verlauf der Entzündungen. Nach einem Probeschuss und der Hautkontrolle nach 24 bis 48 Stunden beginnt die Serie im Abstand von vier bis sechs Wochen. Die Behandlung erfolgt mit einem Diodenlaser mit 808 nm und Kontaktkühlung, durchgeführt von Medizinischen Fachangestellten mit Fachkunde nach NiSV unter ärztlicher Aufsicht.

Exkurs: Pilonidalsinus

Beim Pilonidalsinus, umgangssprachlich Steißbeinfurunkel, dringen Haare in die Haut der Gesäßfalte ein und lösen dort eine chronische Entzündung aus. Typisch sind Schmerzen beim Sitzen, Schwellung und wiederkehrende Absonderungen. Die Behandlung ist ärztlich und je nach Befund auch operativ. Nach dem Abklingen kann die Reduktion der Haare in diesem Bereich ein Baustein der Vorbeugung sein, weil sie den Auslöser reduziert.

Ob eine Laserbehandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt vom Befund und vom Verlauf ab. Das klären wir gemeinsam mit der ärztlichen Einschätzung – die Laserbehandlung ersetzt keine notwendige operative Versorgung und wird nicht im entzündeten Bereich durchgeführt.

Wie lange es bis zu einer Veränderung dauert

Der Effekt baut sich über die Sitzungen auf. Nach den ersten Terminen wachsen die Haare häufig lichter und langsamer nach; bei vielen Betroffenen nimmt in dieser Zeit auch die Neigung zu Rasurpickeln ab. Eine feste Prognose lassen wir bewusst offen, weil Haarstruktur, Haut und eingehaltene Abstände eine große Rolle spielen. Wir beurteilen und dokumentieren den Verlauf nach jeder Sitzung.

Was nach der Behandlung zu beachten ist

Die Haut ist direkt nach der Sitzung empfindlich. Für 24 bis 48 Stunden keine Sauna, kein Schwimmbad und keine Reibung, danach Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Rasieren Sie erst, wenn die Haut beruhigt ist, und dann mit scharfer Klinge in Wuchsrichtung. Reagiert eine Stelle stärker als sonst, sehen wir sie uns in der Praxis an.